S´si Heiliga Obnd – oder bessa is z´sogn,
erst Heiliga Mittog – wo dei´ G´schicht zua sich hot trogn.
Mit an woarman Kakao sitz´n d´Kinda – s´wordn zwoa,
mit glänzenden G´sichta und frisch g´woschne Hoar,
des Woatn – dei´Spaunung woar kaum zan bezwinga,
in da Kuchi ban Tisch – toan Kakao dort tringa.
Draußn ban Fensta foin Schneeflockn auf d´Erdn,
es duftet noch Weihnocht – s´braucht nur finsta no werdn.
Des Krippal mit oi den Figur´n gaunz vertraut,
wurd´ in da Kuchi festli auf scho baut.
Maria und Joseph – hint´Ochs und Esl vabündet,
und da Engl der d´Botschoft hot d´Leut einst vakündet.
Hirtn gibt’s koa und a d´Schaferl hob´n g´föllt,
dafür 3 ehrwürd´ge Könige huldvoi hin wurdn g´stöllt.
In da Futtakrippn im Strohbett gaunz fein
liegt des herzige Kindal – des Jesulein.
Ihm zu Ehr´n – tuat di Mutta den Kindern erzöhln,
feiern wir Weihnachten – Jesus Geburtstog ebn.
Und weil´s des Kind hob´n ins Herz fest g´schlossn,
wurd´ von dei´ zwoa einstimmig beschlossn,
gemeinsaum mit´n Jesukind a bissal zan spüln,
mit ihm – weil´s so liab is – mei des woar a Vergnügn,
Z´erst hot´s da Bua im Kipplosta g´setzt,
und ist mit eam durchs Wohnzimma g´wetzt.
Daun woar´s zu Gost im Puppnhaus,
mit dei´ Puppn gemeinsam ban Frühstücksschmaus,
zuletzt bevor di Mama is kemma,
hot´s no im Playmobil – Hubschrauba fliagn kenna.
Mei woar des lustig – daun hot d´Mama gepflegt,
des Jesukind wieda in d´Krippn z´ruck g´legt.
Da Papa im Büro, g´schwind hot si vagrochn,
hot g´sogt ban Computer muass er no wos mochn,
ois Vorwaund,bewoffnet mit Tixo und an Papier,
is a vaschwundn, hinta da Tür.
Und d´Mama weil jo vü Zeit no is g´wen,
hot sie schnö unter die Dusch´n begebn.
Dei zwoar Kinda san oartig aum Sofa g´legn,
denn war´ns schlimm, so die Mama – wird’s Geschenke net gebn.
Do hot´s vierjährige Dirndl grod a guate Idee,
da Mama zan hölfn – des is sicha sche,
dei´ Kuchi – so moat sie – muass g´saugt no werdn,
s´Madl is si do sicha – heut´ a Lob wird’s no hearn.
Des Staubsaugn ohne Mama is normal net erlaubt,
doch heut´ is a ausnaum – so´s Dirndl hot g´laubt.
Mit gaunza Kroft wird der Saug – Apparat,
aus dem Abstöllraum daun aussa zaht.
Verbot´ner Weis´ in d´Dosn s´Kabl daun g´steckt
und schon wird g´saugt – richtig los do g´legt.
Da kloane Bruda sitzt danebn,
klatscht in die Händ´ vor Begeisterung ebn.
Denn a er is vom Staubsauger fasziniert,
wia des ois do vaschwindet – in den Schlauch sich vairrt.
Auf oamoi a Schlucka – a Schrei – a Entsetzen,
glei drauf siacht ma d´Eltern in d´Kuchi nei´ hetzn.
Des kloane Dirndl, mit große Augn,
tuat gaunz entsetzt auf den Staubsauga schaun.
Des Saugadrum, so moat´s do besessn,
hot grod des Jesusbaby g´fressn.
Nocha sitzn´s im Zimma, ois Strof – aun dem Ort,
mit da Erkenntnis, das Jesukind is fort.
Zua Christmettn gehngangs mit ernst´n G´sicht,
Weihnochtn ohne Jesus – des geht doch nicht.
Koa schenes G´fühl mocht im Bauch si do breit,
des wird koa schena heiliger Abnd heut.
Doch d´Eltern doan so ois war nix g´sehn,
dei´ zwoar Kinda konnt´n des goar net vastehn.
Noch da Mettn san´s olle hoam daun gaunga,
di Türe ging auf – do a großes Stauna,
Hö im Kerzenlicht leuchtet da Weihnachtsbaum,
unt´n drunta die Packerl und a Glocknklaung.
Doch des größte Wunda in da Kripp´n ebn,
is friedlich und süaß des Jesuskind g´legn.
So ois war in dem Krippal des heilige Wesen,
stets vorhaundn und niamois fort gewesen.