Waun d´Bladl´n fall´n,…..

Waun d´Bladl´n fall´n, daun is soweit,
der Herbst hoit Einzug – d´Natur is bereit,
zum z´ruckziagn – oafoch loszuloss´n,
von dem, wos nimma soit belost´n.
So a des Vorhab´n aum Bladl´-Geäst,
von alle Bladl´n, dei´ no ob´n san g´west.


Scho blast da Wind – foahrt um die Eck´n,
tuat d´Abenteuerlust grod weck´n.
Vü Bladl´n nehman´s glei in Kauf
und lass´n s´vabund´ne Asterl aus.
Endlich frei durch d´Luft zu schweben,
des unabhängig sein – erleb´n,
woar von dem Blad´lwerk des Zü´,
hob´n g´spüart dabei a Freiheits – G´füh´.


Bis laungsaum d´Blad´ln sich gelegt,
auf d´Erd´n und hob´n zua sie deckt.
Gaunz ob´n am Bam, an einem Zweig,
is g´hängt no a Blad´l, des g´wes´n is feig.
Gaunz ängstli´ sie noch unt´n schaut,
doch ausloss´n hot´s sich net traut.


Scho längst hob´n ihre Artgenoss´n,
des Blad´l oafoch hängen loss´n.
Trostlos woar der kahle Baum,
ois oanzig´s Blad´l – nur sie hängt draun.
Des Wetta is a kälter word´n
und s´Blad´l, des hot g´wiss scho g´froan.


Do kummt a Vogal mit bunten Gefieder,
setzt sich ban Bam auf des Asterl nieder,
wo unterhoib des Blad´l geknickt,
traurig valor´n noch unt´n blickt.
Foahrt mit dem Schnaberl hin zum Blatt
und – schwuppdiwupp – scho is es ab.
Glei´drauf mit festem Flügelschlog,
hebt´s Vogal mit dem Blad´l ob.


Weit geht’s hinauf – die Roas´ beginnt,
und s´Blad´l g´freut sich, wia a Kind.
„Wia schen´ des is!“ – sie tuat sich besinna,
des hot sich des Blad´l nia vorstöll´n kinna.
Daun mocht des Vogal plötzlich an stopp,
legt´s Blad´l in sein Nesterl ab,
des net weit weg vom Hoamat-Bam,
platziert – es fühlt sich wia daham.


A vülle ihrer Blattkollegen,
hob´n sich hier zua Ruah begeb´n.
Dort is es kuschelig und fein,
des Blad´l is glückli´ und nimma allein.
Ausserdem is mollig woarm,
des Blad´l fühlt sich wia neu gebor´n.
Vabringt die Zeit – dort tuat´s ihr g´foin,
bis nächtes Moi die Blad´ln fall´n.

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