Erntedank

A weltliches Brauchtum – christlich heut´Tratition,
konkret seit´n 18. Joahrundert schon,
toan vü Leut´ des Bedürfnis vaspür´n
und ois Daunk für die Ernte a Fest zelebrier´n.
Den Aufaung hot domois s´Gesinde g´mocht,
dei´ an Kraunz g´flocht´n und daun den Bauern hob´n brocht.


Noch Abschluss da Ernte – er bestand aus Getreide,
goar feierlich wurd´ überreicht des Geschmeide.
Als Daunk hot´s Gesinde, es wurde serviert,
von den Bauern anschließend a Festess´n kriagt.
Heut´ noch Micheli, aum Sonntog nocha,
toan viele Mensch´n an Kirchgaun mocha.


Vor´m Altoar wird aufbaut zweifelsohne,
a festlich geschmückte Erntekrone.
Bestückt aus´n Goart´n, Feld und Kultur,
Gemüse und Obst – ois von Mutta Natur.
Für all´ die guat´n und reichlich´n Gab´n,
toan mia heut´Vergelt´s Gott sog´n.


A Mess´ wird g´feiert – daun d´Prozession,
wir Daunk´n für´n reichlich´n Erntelohn.
Die Leut´ soin a no erinnert werd´n,
dass wir nur Gäste sind auf Erd´n
dass net nur an uns Mensch´n liegt,
ob´s für uns reichlich´ Noahrung gibt.


Dafür soin mia a daunkboar sein,
do foit ma a Geschichte ein.
Vor launger Zeit hot sich´s ergeb´n,
do tuat a reicha Bauer leb´n.


An einem Herbsttog sogt sei Frau:
„Mei liaba Maun – i sog da – schau,
Keller und Scheune vor Nahrung quillt,
a d´Vorratskaummern sind gefüllt,
da Ernteeinsotz is vollzog´n,
lass uns dafür jetzt daunkschen sog´n.“
„Für wos“ – schroff woar des Bauers Wort,
„für des hob i oft g´Orbeit hoat!


Täglich woar fleissig i aum Werk´n,
hob niamois g´rast´, möcht´i bemerk´n.
Wos du do sogst – i glaub du spinnst,
des woar alloa nua mei´ Verdienst!
Wü jetzt ois Lohn ins Wirtshaus lauf´n
und a poar Flosch´n Wein drauf sauf´n!“


Scho is a aussi ba da Tür,
die Bäurin – traurig, sie blieb hier.
Noch a poar Schritte, weg von daheim,
im herbstlich,schönen Sonnenschein,
a Maun mit Frau und zwoa Kinda san´s g´wes´n,
die neb´n da Stroß´n aum Wegraund do g´sess´n.
Auf´n Vater sei´ Knia a Lein´binkerl drauf,
wia da Bauer bei eah woar, hot er´s g´mocht auf.


Drinnen im Tuach a Brotloab is g´leg´n
und a no zwoa handvoi Traub´n daneb´n.
„Setz di zu uns waun da Hunger di plagt!“
einladend da Maun zu dem Bauern hot sogt.
„Es is nur a oafoches Moih – was i hob´,
oba d´Traub´n san süaß und fisch is des Brot.
A guata Nochboar hot´s uns g´schenkt,
denn goar net laung her, hot´s Häusl brennt.


Unsa Hob und Guat, ois wos ma besitz´n,
is gänzlich vabrennt, drum toan mia do sitz´n.“
„I bin goar net hungrig – obendrein“,
sogt drauf da Bauer, „tuat´s z´wenig sein.


Doch oans intressiert mi – ihr tuat´s goa net klag´n?
scheint´s sogoar glücklich – warum?“ tuat er frog´n.
„Es gibt g´wiss koan Grund verzweifelt zan brumma,
koana von uns is zu Schad´n kumma.
Dafür Daunk ma in Herrgott und a für die Gab´n,
aun denen mia uns in da Sun´heut toan lab´n.“


Da Bauer an Aug´nblick tuat überleg´n,
daun lodt er sie ein, alle Hoam mit eam z´geh´n.
Es woar nimma wichtig ins Wirtshaus zu kemma,
mit die Leut´tuat den Weg er hoamzua jetzt nehma.


Er hot heut´ g´lernt, die Bedeutung – zu teil´n,
und a wos es hoaßt amoi daunkboar zu sein.
„Komm, Frau!“ dem Bauer sei Stimm´ tuat erklingen,
„Wir feiern heut´ Erntedaunk´– losst´s uns beginnen.“

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