Briaf aun´s Christkind
Heut´auf´n Postaumt is sicha wos g´scheh´n,
i hob alle Leut´drinnen weinen heut´g´seh´n,
jo sölbst a gaunz oita,
Beaumter aum Schoita,
hot traurig erst g´schaut
und daun g´schneutzt si gaunz laut.
Die Schuld is a g´wöhnliche Postkoart´n g´wes´n,
mit kindlicha Schrift woar do folgendes z´les´n.
Aun das Christkindl!
Liabes Christkindl – du,
hör´ a wengal mia zu.
Es is koit und es schneit,
s´is auf Weihnocht net weit.
Bin a Kind – hoit no kloa,
sitz´ dahoam gaunz alloa,
mia tuat d´Mama oft föhl´n,
dabei tuat´s mia erzöhl´n,
dass zua Arbeit muass geh´n
und des muass i versteh´n.
Seit da Papa is gaunga,
hot aung´faunt da Jaumma.
Maunchmoi – Nocht´s, i tuas´s hör´n,
in ihr´n Zimmer, i glaub do tuat´s rea´n.
I mechat da Mama so gerne wos schenk´n,
dass wieda aun wos Schenes kaun denk´n.
Versproch´n – i wü a brav oiweil sein,
i hob net vü mehr denn i bin jo no klein.
I bitt´ di gaunz innig, bring uns allen wos,
gaunz egal, ob er kloa oda groß.
Schenk uns – wos uns Mensch´n scho fehlt,
Liab´s Christkindl bring die Liab´ auf die Welt.
Glei nochdem die Botschoft vaklungen,
is tiaf in alle Herz´n g´drungen,
tuat sich wia a Neb´ldeck´n,
über d´Menschheit niedersenk´n.
Hob´s vertrau´n – losst´s as zua,
spüart´s die Stille und die Ruah,
I bitt´ euch, seid´s friedlich und hobt´s euch gern,
daun kaun´s endlich Weihnocht´n werd´n.